5.10.2008 Poznan

Nach nur einem Tag Patricia-Pause ging es diesmal ab nach Polen. Alleine schon die Hinfahrt war ein Abenteuer. Auf normalen Straßen wurde man von LKWs überholt und gern fuhren mal vier Autos nebeneinander. Die Straßen an sich sahen schon sehr mitgenommen aus. Teilweise gabs da zentimetertiefe Rillen, geprägt von LKW-Reifen. Und auch altbekannte Klischees wurden bestätigt: Nutten und Nightbars an jeder Ecke *lol*
Nach vier Stunden doch sehr amüsanter Fahrt führte uns unser Navi in eine Seitenstraße, in der allerdings kein Blue Note Jazz-Club zu sehen war. Wir waren etwas verunsichert und fuhren also noch eine Runde durch die Stadt (wahrscheinlich in der Hoffnung, dass der Club sich nur versteckt hatte und beim nächsten Mal genau dort zu finden war). Als wir am Novotel vorbeifuhren stand dort der Zafira an einer roten Ampel. Einen kurzen Moment überlegten wir einfach auszusteigen und nachzufragen, wo es denn nun ist, fuhren dann aber doch weiter, um uns eine Minute später zu ärgern. Also gabs eine weitere Runde durch Poznan und schließlich wieder Ankunft in der Seitenstraße. Zwar war der Club noch nicht aufgetaucht, dafür aber der Zafira. Um nicht länger sinnlos rumzuirren, nahm sich unsere Fahrerin allen Mut zusammen und ging fragen. Allerdings hatten sie auch absolut keinen Plan. Denis und Peter gingen dann zu Fuß auf die Suche und Patricia erzählte solange. Unter anderem kam die Frage, ob wir die “Weiber” gesehen hätten. Und welch schweren Job die hätten. Da könne ja jeder kommen, die einpacken und umbringen. Nach einiger Zeit kam Danis dann auch wieder, warf sein Portemonnaie auf ihren Schoß und sagte: “Hör auf zu quatschen”. Und so fuhren wir ihnen mit Erlaubnis her. Es stellte sich heraus, dass der Club einfach nur auf der Straße hinter uns lag. Wir suchten uns dort einen Parkplatz und sahen uns zumindest ein Stückchen Poznan an.
Nachdem wir unsere Karten beim Einlass gekauft hatten, setzten wir uns auf die Treppe am Ende des Clubs. Denis kam zu uns und fragte, ob wir gut angekommen waren. Er meinte: “Das Konzert startet pünktlich um sieben, ohne Verzögerung. Reinkommen ist die eine Sache, lebend wieder rauskommen die andere!”
Und so begann das Konzert auch überpünktlich um sieben Uhr. Die Polen waren sehr laut und Stimmung ganz gut. Patricia trug das rote Kleid aus Schlema und das schwarze Jäckchen drüber. Sie freute sich über die interessante Aussprache ihres Namens (Patrishja) und erzählte, dass sie ihren Rosenkranz von Papst Johannes Paul II geschenkt bekommen hatte. Der ja Pole und ein sehr besonderer Mensch war. Auch erfuhren wir, dass Peter in Polen geboren war, der direkt auch noch polnisch ins Mikro sprechen musste.


„I shouldn’t say this in Poland with the history - but my husband is here and he’s Russian! Peter said I shouldn’t say it!
Well he is my sweetheart and he came over with me. And I have to say it was very practical- he drove hours and hours and I slept and looked a video on the Laptop. It was phantastic! Our children at home waiting for us. We have two beautiful children. 5 and 7 now- Ignatius and Alexander.
And they love music! They’re taking already piano lessons. We won’t talk about the quality, but it’s OK - they try! And they love my new CD and Ignatius put my poster behind his bed! Yeah and everytime I go he says. Ignatius- specially Ignatius- he loves Jazz. Mama Mama. He always listenes to my CD over and over again- I can’t hear it anymore! And he always says:” Mama mama, don’t forget to tell Peter Materna and the guys- the musicians Liebe Grüße von mir - kind regards from me. He already wants to come on tour you know…So this next song is a very quit esong, soft song. One of my favourites. It’s called Put on the light.”


1. Summertime
2. Diamond ring
3. I’ll hide under your coat
4. I’ll be there
5. New room
6. Somewhere over the rainbow
7. Strange world
8. Put on the light
9. Brought me home
10. Let the wind blow
11. Little body
12. Love music n sun
13. Wish you a beautiful life
14. First time


Nach der Show blieben wir auf unserer Treppe, unter der Denis seinen Verkaufstand aufbaute und wo Patricia dann später Autogramm geben würde. Die Sicht war ideal und man konnte sich das ganze mal von oben ansehen - durchaus witzig. Einmal stand Patricia mit einer Polin im Arm da, bereit fürs Foto. Allerdings schien irgendwas mit dem Fotoapparat nicht zu stimmen und so schimpfte eben diese Polin ihre Freundin sehr barsch an. Patricia sah zu uns hoch und musste ebenso lachen wie wir. Etwa zwei Stunden dauerte das Spektakel (Denis hielt zwischendurch immer mal die Hand über ihren Kopf, um zu sehen, ob es zog. Und wenn sie sich küssten, hielt er seine Hand vor ihre Münder, so dass es nicht auf Fotos festgehalten wurde) und als sie fertig war, sah sie zu uns hoch und fragte, ob wir Fotos wollten. Wir verneinten und sie sagte: „Das ist gut, ich kann eh nicht mehr lachen!“. Denis konnte nicht so recht verstehen, warum wir warteten und dann doch keine Fotos wollen und hielt uns für bescheuert. Patricia hingegen kam die Treppe hochgelaufen und umarmte jeden, bedankte sich und wünschte uns eine gute Fahrt. Dabei erzählte sie noch, dass sie am nächsten Tag (Montag) nach Hause fahren würden und sie am Dienstag schon wieder los müssen. Mit den Worten „Bis nächste Woche!“ verabschiedete sie sich und wir fuhren glücklich und zufrieden in Richtung Deutschland.