15.10.2008 Bremen
Nachdem wir schon einige Zeit an unserem Platz gesessen hatten, kam die Chefin
der Celona und meinte, wir müssten da weg, weil sie jetzt umbauen würden. Wäre
an sich kein Problem gewesen, wenn es mit ein bisschen Freundlichkeit passiert
würde. Generell muss man sagen, dass bis auf eine Ausnahme das Personal sehr
unfreundlich war, ganz im Gegenteil zu allen vorangegangenen Bars. Nun gut. Nach
einigem Hin und Her hatten wir unsere Platz und warteten, was da noch kommen
würde. Patricia setzte sich nach ihrer Ankunft zu den Musikern und dann wurde
erstmal gegessen. In der Zwischenzeit hatten sich zwei Jungs (zarte 18 Jahre
alt, Ingmar und Moritz) an unseren Tisch gesetzt, die erstmal ausgequetscht
wurden. Wir fragten, ob sie denn keine Vorurteile hätten, weil Patricia ja nun
mal Teil der Familie Kelly war. Daraufhin mussten wir erstmal erklären, wer oder
was die Kelly Family überhaupt ist.
Nach dem ersten Song bedankte sie sich fürs kommen und sagte zu ein paar Leuten,
die etwas erhöht standen, dass sie ja sogar auf den Tischen stehen würden und
aufpassen sollen, dass sie nicht totfallen. Da sie in einer Fensterecke spielte,
blieben davor immer wieder Leute stehen, die interessiert guckten. Patricia
winkte oft nach draußen und meinte:“Kommt rein. Es ist voll, aber drückt euch
rein!”
Das Konzert wurde diesmal gefilmt von zwei Kameras und Patricia stellte die
Mitarbeiter vor, deren Namen sie sich aufgrund ihres schlechten
Namensgedächtnisses allerdings mal wieder nicht merken konnte. Nur mit den
Nachnamen der einen Dame hatte sie komischerweise keine Probleme: Kelly. Sie
erzählte später von ihrem Hotel, wo sich neben Burger King und einem Casino auch
ein Erotikshop befand. Sie hätte ernsthaft und nach 38 Jahren überlegt da mal
reinzugehen. Man müsse ja alles mal gesehen haben. Allerdings war es schon spät
und sie hatte Angst, dass jemand denken könnte, dass sie da arbeitete.
Sie war sehr ausgelassen, hatte bisschen was zu erzählen und stand am Ende sogar
auf einem Tisch, um das Publikum anzufeuern.
Wir stellten uns nicht für Fotos an und unterhielten uns stattdessen mit Benny,
der zu uns kam und fragte, ob wir zufrieden waren, dass er seine Trommel wie in
Oldenburg gewünscht mitgebracht hatte. Er erzählte von Polen, von Patricias
Kindern und meinte, dass er es toll findet überall die Gesichter zu sehen. Und
die Chefin (so nennt er sie) würde das auch zu schätzen wissen. Er redete recht
lang und sehr sehr nett. Später wollten wir noch eben gucken, was Patricia
gerade macht, als sie auch schon aus der Tür des Raucherbereichs kam und fragte:
“Habt ihr noch Wünsche?” - “Nein!” - “Ok, ich bin total kaputt. Wir quatschen
morgen!”